Über das Schreiben bahnt sich Veronika Raila ihren Weg in die Welt. Als Kind wurde der jungen Frau ein IQ von Null attestiert – Ärzte hielten sie für nicht bildungsfähig. Ihre spastische Behinderung und ihr Autismus halten sie davon ab, sich in ihrem Alltag zu bewegen und zu verständigen. Doch in ihrem Inneren wohnt ein hellwacher Geist.
Veronika studiert katholische Theologie und Literatur an der Universität Augsburg, veröffentlicht Gedichte und Geschichten und gibt Lesungen. Sie schreibt mit Hilfe ihrer Mutter: Wird ihr Arm gestützt, sendet er Impulse aus, die eine Tastatur in Worte verwandelt – poetische Zeilen, die ihr Innerstes beschreiben.
Der Filmemacher Mark Michel besucht Veronika zuhause und beobachtet ihren Alltag. Die symbolisch-sinnlichen Erzählungen werden untermalt von der märchenhaften Sandkunst der Künstlerin Anne Löper, die genau die richtigen Stimmungsbilder für Veronikas Worte findet. Ein würdevolles Portrait einer außergewöhnlichen und starken jungen Frau – und der Beginn einer langen gemeinsamen Zusammenarbeit.
„Sand als Metapher ist klar, weil ich nicht stabil bin. Eine Kleinigkeit genügt und mein Innerstes bröselt auseinander. Manchmal fühle ich mich auch so, als ob ich in tausend Einzelteile geborsten wäre."
— Veronika Raila▶ Kurzfilm auf Vimeo (7 min) · Erstausstrahlung MDR: 6. August 2011
Der Kurzfilm war der Beginn einer langen gemeinsamen Zusammenarbeit. Vier Jahre später reiste Mark Michel erneut nach Augsburg, um mit Veronika Raila an einem abendfüllenden Dokumentarfilm zu arbeiten – diesmal nicht nur als Protagonistin, sondern als kreative Partnerin.